Alles lebt -
wenn man es sehen kann.


Ich lebe und arbeite seit 1972 in Lübeck.
1989 habe ich neben der Seefahrt angefangen, aus Schrott und Altmetall Dinge herzustellen, die das Alte wiedergeben und vergessene, vielleicht noch nie gesehene Formen wieder zu neuem Leben erwecken.

Werkstätten
1989 Mitbegründung der Werkhof e.V. Lübeck
und Gründung der Wunderwerkstatt mit
Timmi Timmermann und Philip Wagner
1995 - Schmalbach Gelände Lübeck
1996 - Wallhalbinsel Media Docks
2006 - Schlutup
2009 bis 2011 - Türkei Aufenthalt
seit 2012 Werkstatt in Schlutup

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SaylakMetalldesign
© 2012-2018 H. I. Saylak, Lübeck

Mittwoch, 30.07.1997
Hansestadt Lübeck
Künstler setzte Skulptur vors Holstentor:
Ein Denker aus Metall
Von Sabine Goris

Er sitzt auf der Verkehrsinsel vor dem Holstentor, kehrt der Stadt den Rücken zu und blickt über die Puppenbrücke. Er ist 1,60 Meter groß, besteht aus alten Metallteilen, gebrauchtem Autoschrott und hockt auf einem Granitbock. Die Rede ist von der Figur „Der Denker“ des türkischen Künstlers Ihsan Saylak, die noch bis Ende August an diesem Platz stehen soll. Saylak hat sein Werk, das er einer Skulptur des Bildhauers Auguste Rodin nachempfand, in Absprache mit dem Amt für Kultur aufgestellt. Er möchte die Bewohner und alle, die die Hansestadt besuchen, mit seinem Werk aufrütteln, zum Nachdenken und darüber hinaus zum Handeln anregen: „Die Menschen sollen sich darüber Gedanken machen, was in Lübeck und auf der ganzen Welt geschieht, und zwar sowohl politisch als auch auf dem sozialen Sektor.“

So halte er nicht nur den Rassismus für ein Problem in dieser Stadt, sagt Saylak, sondern auch die große soziale Not, in der sich viele Bürger befänden.

„Daß beispielsweise die Obdachlosen Not leiden, wird erst bemerkt, wenn ihre Unterkunft in Flammen aufgeht.“ Glaubt er und beklagt, dass sich die Menschen heutzutage kaum noch für etwas engagieren wollten: „Mit wenig Aufwand könnte man viel bewirken.“

Ihsan Saylak wurde 1953 in Istanbul geboren und lebt seit 25 Jahren in Lübeck, das er zu seiner Wahlheimat erkoren hat. VOR ACHT Jahren begann der gelernte Maschinenschlosser und Schiffsmaschinist, sich aktiv mit Kunst auseinanderzusetzen.

Stark beeinflußt haben ihn die Skulpturen des Künstlers Salvatore Dali, die er im Dali-Museum in Figueras und Cadaques in Spanien besichtigt hat: "Dalis Ideen und deren geniale Umsetzung haben mich begeistert", sagt er.

Zunächst arbeitete Saylak in der Wunderwerkstatt im Werkhof, heutet hat er sein Atelier in einer geräumigeren Halle im Hafen untergebracht.

Dort fertigt er phantasievolle Kunstobjekte aus Metallteilen, die er auf Schrottplätzen und im Eisenwarenhandel findet.

Außerdem stellt er Nutzgegenstände wie Kerzenleuchter oder Bettgestelle aus Eisen her. Davon alleine könne er allerdings nicht leben, erzählt Saylak. Nebenbei arbeitet er noch ab und an als Maschinist auf einem Schlepper.

Ihsan Saylak neben seiner Skulptur "Der Denker", die noch bis Ende August vor dem Holstentor stehen wird.